Nerdhört
– der freundliche Podcast

Schon gehört?
Be(n)langlosigkeiten – Eichhörnchengeräusch in Tibet

Author Archives: Christian

Etwas Be(n)sonderes für die Be(n)langlosigkeiten

Wie sich ja schon in der letzten Folge der Be(n)langlosigkeiten angekündigt hat, ist mein Umzug nach Hamburg so gut wie vollzogen und ich darf mich schon recht bald offiziell als Hamburger bezeichnen.

Ein Schritt, der nicht nur für mich persönlich und beruflich Veränderungen mit sich bringen wird. Auch für das Projekt Nerdhoert erhoffe ich mir viele weitere Gesprächspartner und Themen, die aufgezeichnet werden wollen – sollte ja eigentlich auch kein Problem darstellen, wenn sich die Einwohnerzahl der neuen Stadt um eine Million erhöht hat. Da sollte Potenzial zu finden sein.

Geplante Gespräche mit Menschen aus der alten Heimat sind natürlich weiterhin in Planung. Entweder vor Ort, wenn ich mal wieder die niederrheinische Landluft genießen will, oder aber über dieses verrückte Internet, in dem man ja mit Skype und anderen kleinen Unterstützern eine ganze Menge erreichen kann. Nicht zuletzt betrifft das ein Projekt, das mir in den letzten Wochen immer mehr ans Herz wächst – die Be(n)langlosigkeiten.

Eigentlich ein kleiner Lückenfüller für die Interviewlose Zeit, aber – und das auch erst nach zwei Episoden – für mich eine nette Möglichkeit, das „Podcasten an sich“ zu verbessern, mich in Postproduktion zu üben und den Horizont zu erweitern.

Natürlich auch ein erfrischender Gedankenaustausch mit einem vertrauten Menschen. Für manche mag dies ein weiterer Versuch sein, dem Podschrott Quatschcast a lá NSWF, Mikrodilettanten, WRINT (in welcher Besetzung nun auch immer) nachzueifern, aber allein der Gedanke daran ist für mich anmaßend, da ich nicht denke, dass unsere Aufzeichnungen auch nur ansatzweise an den Unterhaltungswert und die Professionalität der oben genannten heranreicht.
Aber es ist eine schöne – hoffentlich bald regelmäßige und fortwährende – Möglichkeit, das Projekt Nerdhoert an die dreistellige Folgennummer heranzuführen.

Da die Be(n)langlosigkeiten für mich aber etwas Besonderes darstellen, habe ich beschlossen, diesem Format auch optisch noch mehr Gewichtung zu geben und führe nun hiermit das offizielle Logo für dieses Experiment ein.

Ich hoffe, euch in Zukunft gemeinsam mit Ben noch mehr illustre Stunden zu bieten und würde mich natürlich über Unmengen von Feedback, Anregungen und Kritik freuen.


So gut wie fertig …

Ich habe mir nun endlich mal ein wenig Zeit genommen, um das Blog und die Podcastseite ein wenig in Ordnung zu bringen. Das Theme weitestgehend (aber bei weitem noch nicht komplett) bearbeitet, den Feed korrigieren, die Sidebar füllen und auch das Publishing und den Webplayer überarbeitet.

Gerade der letztere hatte in letzter Zeit etwas gelitten, da ich nicht wirklich aufgepasst habe und den Podlove Webplayer einfach zusätzlich installiert habe, obwohl er ja im Podlove Plugin an sich schon dabei ist. Das sorgt für Chaos und ist unschön. Ein Chaos, das jetzt endlich beseitigt ist und mich Podlove in vollen Zügen genießen lässt. Und beeindruckt von den Möglichkeiten, die der Webplayer bietet, habe ich beschlossen, alle bisherigen Folgen nun noch einmal anzufassen und auf Kapitelmarken, Metatags und Ausgabe zu optimieren. Mit Hilfe von auphonic gibt es somit ab sofort jede Folge als 80 kbps HE-AAC, 64 kbps MP3, 96 kbps Opus, wundervoll dickes FLAC und 96 kbps Ogg Vorbis. Alles schön optimiert und ideal verklangt – so gut es eben geht.

In Zukunft sind natürlich noch weitere Interviews geplant, doch darüber hinaus sollen die “Be(n)langlosigkeiten” etabliert werden – ein zwangloser, regelmäßiger Talk mit meinem alten Schulfreund Ben. Wer aber darüber hinaus noch Ideen für Themen, Interviewpartner oder Konzepte hat, der darf sich selbstverständlich gerne bei mir melden und mir weiterhelfen.

Wie ihr seht, gibt es hier noch eine ganze Menge zu tun, doch es wird. Ich freue mich nach wie vor auf euer Feedback und über eure Unterstützung.

Vielen Dank!


Podcasts – Entwicklung, Eliten, Eigenheiten

Zu erzählen, dass man jetzt Podcasts macht fühlt sich komisch an. Blicke, deren Ursprung sowohl in der Verständnislosigkeit ob des Begriffes als auch in zu hoch gesetzten und im Vorfeld enttäuschten Erwartungen liegen könnten. Doch müssen da zwei ganz klare Gruppen unterschieden werden – so wie immer: die Kenner und die Neulinge. Oder sind es doch nur die Kenner?

Warum nicht einfach mal ehrlich sein? Wir müssen reden! Podcasts entwickeln sich in eine Richtung, die immer professioneller wird und den Einstieg von Stufe zu Stufe komplexer und schwieriger macht. Podcasten wird zur Wissenschaft und verliert seine Leidenschaft. Selbstverständlich lässt sich auf Grund der Passion zu den einzelnen Themengebieten und der Vielfalt eben dieser nicht von leidenschaftslosen Aufnahmen sprechen, doch lag der Fokus durchaus mal auf Low-Level-Unterhaltung von Nerds für Nerds.

Meine ersten Berührungen mit Podcasting in passiver Form machte ich im März 2008 mit Bitsundso, wonach recht schnell CRE (damals noch Chaosradio Express) folgen sollten. Insbesondere bei BUS hat mich die Schnoddrigkeit und Unprofessionalität der Beteiligten umgehauen und ich konnte mich sehr gut in den Kreis der Protagonisten einfinden, die einfach mal über meine Lieblingsthemen sprachen – Studenten mit Spaß am Fachsimpeln auf einem Level, das auch ich noch verstand.

Natürlich folgten in den folgenden Jahren noch unzählige Podcasts, aber zu 100% war ich nie wieder überzeugt. Woran könnte es liegen? Steigt mein Anspruch, steigt die Kommerzialisierung?

Wie schon angesprochen, befand ich mich bei BUS zu Beginn in einer illustren Gesprächsrunde einiger Studenten, die sich nicht zu schade waren, auch mal mit Singstar-Mikrofonen im Garten aufzunehmen. Recherche war nicht zwingend notwendig, Sponsoring passierte kaum. Apps wurden gekauft, Meinung gemacht.

Doch wann hörte das auf? Der Moment, der Podcasts für mich in einem anderen Licht präsentierte war definitiv die Einführung von Bitsundso Plus. Die Möglichkeit für den Lieblingspodcast zu bezahlen um Zusatzcontent zu erhalten –  Kapitelmarken, Preshow und Postshow, Livestream. Verpackt dann auch noch in der optionalen App für das iPhone für weitere €3,99. Quo vadis, Herr Hetzel? Ein gezielter Versuch, sich von den anderen Podcasts abzuheben, die um uns herum aus dem Boden schießen oder doch nur eine Möglichkeit, einer Kostenloskultur durch Monetarisierung von Freizeitfreuden vorzubeugen?

Zweifelsohne ist das Undsoversum neben der Meta-Ebene einer der größten und einflussreichsten Podcastquellen im deutschsprachigen Raum, doch sind die Ansätze so verschieden, wie sie nur sein können.

Tim Pritlove, der Pope of Podcasting, fährt einen komplett anderen Film, eine komplett andere Audiospur. Für ihn geht es um die Erweiterung der Möglichkeiten rund um das Thema Podcasting – neue Formate, Konzepte, Wege. Nicht zuletzt auch um die finanzielle Entlohnung des Aufwandes. Allerdings auf rein optionaler Basis ohne Zusatzleistung und auch um neue Technologien und Trends wie flattr populär und verbreiteter zu machen. Podcasting als Plattform endgültig zu etablieren, die Möglichkeiten auszureizen, Techniken zu verbessern. All das gipfelt in eine Vielzahl von Projekten, Initiativen und Ideen.

Doch kann das gut gehen? Nein. Pritloves Ansatz hat in den letzten Monaten ein Problem, das immer deutlicher herauskommt: Qualitätsverlust. Pritloves Sendungen werden zunehmend schlechter, uninteressanter und insbesondere er als Moderator fahriger und merklich müder. Sowohl in der Regelmäßigkeit der Aufnahmen, als auch in der Passion für die einzelnen Formate macht es sich bemerkbar, dass man sich wohl zuviel zugemutet hat, oder das ganze in der Stagnation gefangen ist.

Ist es da ein Wunder, dass diese insbesondere bei meinem absoluten Favoriten Not safe for Work am bemerkenswertesten war? Gerade hier wurde über Monate der Kontrast zwischen dem etablierten Tim und dem damaligen Podcast-Neuling Holgi immer deutlicher. Ein Unterschied der dann glücklichweise in der Gründung von WRINT endete. Natürlich ist zu bemerken, dass Holgi auf Grund seiner langjährigen Erfahrungen beim Radio und der enormen Affinität zum Quatschen Labern Unterhalten Reden einen Vorsprung hat, der einen korrekten Wettbewerb nahezu unmöglich macht. Nichtsdestotrotz ist die Entwicklung von WRINT eine Beobachtung, die von großer Neugier und Begeisterung meinerseits begleitet wurde.

WRINT ist für mich das Paradebeispiel einer neuen Generation von Podcasts, in die sich Produktionen von Nicolas Semak, Hoaxilla, den Wikigeeks und dutzenden vielen anderen eingereiht haben: Technisch hochwertig, thematisch gut erarbeitet und auf einer journalistische Ebene mehr als interessant. Der Inhalt steht im Fokus und eine gute bis herausragende Qualität ist die Basis eben dessen. Und all das ohne bezahlbaren Plus-Abo-Quatsch. 

Crowd-Sourcing als Lösung, doch Crowd-Urge als Problem. Die steigende Qualität der Produktionen macht den Hörer zwangsläufig in den letzten Monaten zum Konsumenten mit teilweise überzogenem Anspruch. Ein Anspruch der erfüllt wird. Wir erwarten stabile Livestreams, Kapitelmarken, unterschiedliche Dateiformate, Shownotes par excellence. Und bekommen sie. Denn gerade hierbei vermischen sich die Grenzen zwischen Konsument und Produzent. Projekte wie die Shownotes, die sich die Erstellung von Shownotes (welch Überraschung) für eine Vielzahl von Podcasts zur Aufgabe gemacht haben, sind Gold wert und bilden mittlerweile einen großen Stützpfeiler für die Qualität und den hohen Informationsgrad dieses Sendungsformates. Ebenso wie die Chats, die sich während der Live-Streams um die Informationen für die Protagonisten vor den Mikrofonen kümmert.

Crowdsourcing ist somit zu einem essentiellen Faktor geworden, dessen zwei Seiten der Medaille natürlich auch Probleme mit sich bringen. Und das gerade für junge, neue Podcasts. Wie soll eine fixe Idee, ein einfacher Geistesblitz mit diesem Maß an Qualität mithalten? Hätte die einzige Antwort auf die Frage “Wie machte ich denn meinen eigenen Podcast” vor ein paar Jahren noch gelautet “Du hast doch ein eingebautes Mikrofon und dann leg einfach los”, so ist sie mittlerweile zu einer Checkliste mutiert, in der eine Unmenge von Punkten im Vorfeld abzuarbeiten ist. Equipment, Frage nach dem Mikrofon, das richtige Plugin, eine Titelmusik, ein Konzept, das richtige Dateiformat und vieles mehr. Natürlich helfen hier Fachleute und Podcasts wie Der Lautsprecher und die Meinung und Erfahrung etablierter Sender. Aber nichtsdestotrotz bildet sich hieraus ein Stressfaktor, der den Einstieg mehr als erschwert.

So auch für mich. Ich war heiß auf dieses Projekt seit ich mich mehr mit Podcasting auseinandergesetzt habe, doch häuften sich die unbeantworteten Fragen und die Angst, mit diesem Projekt ein weiterer schlechter Sender zu werden, der nicht gehört oder gelesen wird.
Ich hoffe, dass ich einige Punkte der Liste abgearbeitet habe und dass die Qualität in den nächsten Episoden noch steigen wird, aber ich bin ebenso froh, dass der Punkt der Sorge langsam überschritten ist und ich das Projekt so genießen kann, wie es ist: als mein Projekt.

UPDATE:

Nach der Erwähnung von Tim bei ADN und der daraus erfolgten “Welle”, musste ich hier einfach etwas erklären