Nerdhört
– der freundliche Podcast

Schon gehört?
Jani Taxidis – Pewduino Lasertag

Das “Nerdhört”-Podcast-Setup – der Tragödie erster Teil

Foto

Einen Podcast zu starten sollte ja an sich nicht wirklich kompliziert sein. Was man in erster Linie benötigt, ist ein wenig Mut. Den Mut sich vor einem Publikum zu präsentieren – na gut, wenn man ehrlich ist, dann hat das nicht wirklich etwas mit Mut zu tun.

Was man allerdings wirklich braucht, ist Technik. Sowohl Hard- als auch Software müssen miteinander arbeiten und funktionieren. Ein gutes Podcast-Setup muss her. Ein Kampf, ein Krampf und nicht wirklich immer schön. Insbesondere dann, wenn man wie ich nicht wirklich bereit dazu ist, für ein solches Hobby viel Geld auszugeben. Denn schließlich ist es zur Zeit nicht viel mehr als das – ein Hobby. Wer weiß, ob ich irgendwann einmal mehr in dieses Projekt investiere, aber zur Zeit komme ich ohne Mischpult, teurer Software und weiterem Schnickschnack aus.

Begonnen hat der ganze Prozess mit dem Kauf eines Samson Meteor Mic USB Studio Mikrofon, das mir der Holgi empfohlen hatte.

Ein wundervolles Kondensatormikrofon, das eine erstaunliche Optik und Haptik für den geringen Preis bietet. Was ein wenig stört, ist die Monitorfähigkeit, bzw. der Regler für eben diese, da das Mikrofon in meinen Augen zu empfindlich ist, um daran geräuschlos zu regeln. Ebenso vergessen kann man da die Hardware-Räuspertaste am Mikrofon selbst, deren “KLACK!” definitiv zu laut für eine Live-Verwendung ist. Da sei eine Lösung über ein externes Mischpult oder eine Software wie Shush empfohlen.

Das Zusammenfügen der Audioquellen

In der Regel zeichne ich Interviews auf. Je nach Bedarf findet ein Interview dann unter vier Augen vor einem Mikrofon oder per Skype statt. Die Lösung mit einem Mikrofon einen Gegenüber zu befragen ist nicht optimal, aber vor allem auf die Nierencharakteristik meines Samson zurückzuführen. Ob ich in der nächsten Zeit dann doch einmal zu einer Kugelcharakteristik wechsle, steht noch in den Sternen. Als Testobjekt könnte da das ebenfalls empfohlene Samson Go Mic Clip-On USB Mikrofon funktionieren.

Bis dahin ist eine halbwegs vernünftige Positionierung des Mikrofons und eine etwas intensivere Nachbearbeitung von Nöten – ein Fakt mit dem ich durchaus leben kann.

Das Podcast-Setup für das Interview via Skype

Das Interview über Skype ist mittlerweile zum Standard geworden, weil so Faktoren wie Zeit und Raum leicht zu überbrücken sind. Doch bringt es mich zur Zeit immer noch leicht zur Verzweiflung. Abgesehen von Gegebenheiten wie schlechte Mikrofone des Gegenüber (bis hin zur Skype-App auf dem Smartphone), habe ich immer noch keinen 100% perfekten Weg für die Aufnahme gefunden.

Zwar gibt es Anleitungen für die Aufnahme eines Interviews via Skype in einem Aufnahmetool der Wahl, doch kommen diese für mich nicht wirklich in Frage. Und dies aus einem einfach Grund. Ich möchte mehrere Spuren bei der Nachbearbeitung haben. Und das so simpel wie möglich. Dies hat für mich zwei ganz klare Vorteile. Zum einen ist die Nachbearbeitung der unterschiedlichen Quellen (mein Mikrofon vs. die Skype-Spur des Gesprächspartners) unterscheidbar und so individuell korrigierbar. Doch noch wichtiger für mich ist die inhaltliche Nachbearbeitung. Allein durch die optische Unterscheidbarkeit des “Frage und Antwort”-Wechsels ist es mir sehr einfach gemacht zu erkennen, wann ich eine Frage gestellt habe um somit noch leichter Kapitelmarken zu setzen. Denn dies geschieht immer noch in der Nachbearbeitung und nicht live während der Aufnahme.

Gerade bei sehr langen Interviews ist diese nachträgliche Versehung mit Kapitelmarken ein Prozess, der nicht zu unterschätzen ist. Daher ist die Aufnahme in zwei Spuren für mich immer noch essentiell. Doch leider habe ich dafür noch keinen Weg gefunden. Wer hierfür einen Tipp hat, der ist gerne angehalten, mich zu unterstützen.

Bildschirmfoto 2013-04-23 um 13.58.13

Bis dahin müssen zwei Audio-Tools zur Aufnahme her. Ich verwende zunächst einmal Soundflower zur Erzeugung virtueller Audiogeräte. Somit habe ich zwei weitere Geräte mit 2 oder 16 Kanälen. In Skype verwende ich dieses neue Gerät (in meinem Fall das 2ch-Gerät) als Lautsprecherausgang und definiere mein Samson als Mikrofon. Somit ist hier schon alles getan.

Was nun noch funktionieren sollte, ist die Weiterleitung des Audiosignals aus Skype an meine Kopfhörer. Denn schließlich haben wir definiert, dass das Audiosignal des Gesprächspartners in dieses virtuelle Gerät geleitet wird.

Dafür verwenden wir ein kostenloses Tools namens LineIn von Rouge Amoeba. Damit richten wir die Weiterleitung ein. In meinem Fall leiten wir den Ton von Soundflower in den Kopfhörerausgang. Hierbei wird der Ton nicht um- sondern wirklich weitergeleitet. Damit haben wir das Signal immer noch im virtuellen Audiogerät.

Bildschirmfoto 2013-04-23 um 14.01.57

Jetzt kommen wir zum eher suboptimalen Part, der ein wenig Nachbearbeitung erfordert. Ich nehme, wie gesagt, mit zwei verschiedenen Tools auf um die einzelnen Gesprächspartner unterscheiden zu können. Somit zeichne ich meinen Skype-Gegenüber mittels QuickTime auf. Eine neue Audioaufnahme (⌃⌥⌘N) mit der Quelle Soundflower 2ch lässt mich somit nur diese Spur aufzeichnen.

Bildschirmfoto 2013-04-23 um 14.01.40

Mich selbst zeichne ich in GarageBand auf. Ja, ich weiß – GarageBand ist eher das MS-Paint unter den Audioprogrammen. Aber: es ist kostenlos und es ist simpel.

Bildschirmfoto 2013-04-23 um 14.04.56

Als Quelle natürlich das Mikrofon angeben und schon kann die Aufzeichnung losgehen. Nach erfolgreichem Interview exportiere ich die Spur meines Gegenüber aus Quicktime und importiere sie in GarageBand. Nun wird noch die Zeit angeglichen, was natürlich etwas frickelig aber für mich im Moment die beste Lösung ist.

Kurzupdate

Als hätte man es ahnen können, hat der Holgi mal eine kleine Anleitung verbloggt: http://www.wrint.de/2013/05/29/ausrustung-fur-anfanger/


 

Es gibt tatsächlich 2 Kommentare

Michel am 29. Mai 2013 um 12:39 Antworten

Vielen Dank für den Einblick. Irgendwann™ starte ich auch mal einen Podcast und kann dann auf den Beitrag zurückgreifen, was Software und so angeht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.