Ein Artikel und
der “Prit”-Storm kommt

FotoWenn man sieht, dass Piwik auf einmal explodiert und die Besucherzahlen deiner Seite in die Höhe schießen, dann hast du entweder etwas richtig gemacht oder eben nicht.

In den Augen Einiger trifft Fall 2 zu – denn ich habe meine Meinung gesagt. Und das auch noch online. Ich habe es vor einem halben Jahr gewagt, meine Meinung zur Podcastszene zu veröffentlichen. So weit, so uninteressant – dachte ich zumindest.

Interessant zu sehen, was ein – in Internetzeit – so alter Artikel für eine Resonanz erzeugen kann. Kein Wunder eigentlich, denn niemand geringeres als der im Artikel erwähnte Tim Pritlove zitierte den Artikel bei app.net.

https://alpha.app.net/timpritlove/post/6148201

An sich sollte man glauben, dass es mich freut, so erwähnt zu werden – doch leider ist dem nicht so. Denn das, was in dem Artikel zusammengefasst wurde entspricht dem Status Quo im November 2012. Und was ich da schrieb, ist meiner Meinung nach vollkommen legitim für die damalige™ Zeit.

Interessanterweise habe ich den Artikel heute von meinem alten Blog hierhin umgezogen um an einem Reboot-Artikel zu arbeiten, der die Veränderung meiner Wahrnehmung in den letzten Monaten darstellen sollte. Warum der Artikel nun Resonanz erzeugt bleibt mir zwar nach wie vor ein Rätsel, ist aber jetzt Anlass, eine besondere Überarbeitung zum Thema “Tim Pritlove” zu erzwingen.

Tim Pritlove, der Pope of Podcasting, fährt einen komplett anderen Film, eine komplett andere Audiospur. Für ihn geht es um die Erweiterung der Möglichkeiten rund um das Thema Podcasting – neue Formate, Konzepte, Wege. Nicht zuletzt auch um die finanzielle Entlohnung des Aufwandes. Allerdings auf rein optionaler Basis ohne Zusatzleistung und auch um neue Technologien und Trends wie flattr populär und verbreiteter zu machen. Podcasting als Plattform endgültig zu etablieren, die Möglichkeiten auszureizen, Techniken zu verbessern. All das gipfelt in eine Vielzahl von Projekten, Initiativen und Ideen.

Wer mag mir mal erklären inwiefern hier von Kritik die Rede sein kann? Ich schätze Tims Arbeit und sein Engagement überaus und bin überaus dankbar für das, was er für die Podcastszene getan hat. Das betrifft sowohl meine passive Haltung als Hörer, als auch die Entdeckung des Podcast als aktives Hobby in meinem Leben. Bis auf NEWZ und RZ konsumiere ich jeden Podcast aus der Metaebene seit frühester Zeit – manche Episoden weit mehr als einmal. Vielleicht ist das der Grund, der mir damals das Gefühl gegeben hat, das folgende zu formulieren:

Doch kann das gut gehen? Nein. Pritloves Ansatz hat in den letzten Monaten ein Problem, das immer deutlicher herauskommt: Qualitätsverlust. Pritloves Sendungen werden zunehmend schlechter, uninteressanter und insbesondere er als Moderator fahriger und merklich müder. Sowohl in der Regelmäßigkeit der Aufnahmen, als auch in der Passion für die einzelnen Formate macht es sich bemerkbar, dass man sich wohl zuviel zugemutet hat, oder das ganze in der Stagnation gefangen ist.

“Pritloves Sendungen werden zunehmend schlechter …” – eine gewagte Aussage, wie ich im Nachhinein zugeben muss. Doch nicht falsch, denn was sich dahinter verbirgt, ist die schwindende Leichtigkeit, mit der er – scheinbar so scheint es zumindest – früher™ seine Sendungen geführt hat. Der WRINT Wind, der durch die ersten vier Dutzend Folgen NSWF wehte, war insofern zum Zeitpunkt des Artikels verloren, als ich den Eindruck hatte, Holgi würde sich zunehmend in den Vordergrund drängen arbeiten und Tim hätte den Spaß an diesem Format verloren. Und alles aus einem vermuteten Grund: ich glaube, dass Tim zu diesem Zeitpunkt seinen Fokus etwas versetzt hatte. Das Projekt “Podlove” war in vollem Gange und seine generelle Arbeit für die Etablierung und Verbesserung der Thematik Podcast forderte seine größte Aufmerksamkeit. Seine Arbeit im Bereich der (Netz)politik kam auch immer mehr in den Vordergrund, sofern man beispielsweise LNP darin zusammenfassen kann.

Also Müdigkeit? Ja, ganz klar – aber das ist kein Wunder und auf mehreren Ebenen zu erklären und überaus verständlich. Aber ich hatte den Eindruck, eben dies zu merken. Ebenso wie man es bei Sportlern, Schauspielern und anderen Personen des öffentlichen Lebens erkennen kann.

Zuviel zugemutet? Definitiv Nein! Die Tatsache, dass Formate wie MobileMacs – nicht zuletzt auf Grund der Umbesetzung des Teams – und auch NSFW wieder angezogen haben und wieder in Höchstleistung senden. Auch mit einem mittlerweile wieder zu 100% engagierten Tim. Zwar hat die Frequenz bei CRE auch noch nicht wieder den alten Stand erreicht (was Tim ja selbst zugibt), aber dies ist vor Allem der immensen Vorbereitung geschuldet, dem Drang das nächste Mal wieder etwas besser zu werden.
Der nächste Beweis ist Podlove, denn dies ist sowohl Begründung als auch Ergebnis für den kurzen Durchhänger, zu dem ich nach wie vor stehe.

Also, was ist das Fazit des Ganzen?

Tim ist am Ende? Peak Tim? Nein! Und ehrlich: wer den Artikel als Angriff auf Tim Pritlove und seine Arbeit verstanden hat, der tut mir leid. Wie ich jetzt vermutlich schon mehrfach deutlich gemacht habe, ist meine Meinung zu Tim sehr hoch und ich bin froh, wieder die alte Qualität hören und erleben zu dürfen. Tim hat seine Energie umdisponiert um uns gute Ergebnisse und neue Schritte in der Podcastwelt zu liefern. Vielleicht beschreibt es ein Reply am besten:

https://alpha.app.net/csh/post/6151398

In diesem Sinne: Nichts für Ungut, Tim Pritlove.

PS: Hab dann mal den Hintergrund geändert …

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